blaue werkzeugblume

die virtuelle, geometrische blume ist auf zwei ebenen angelegt: einer graphischen und einer flächigen.

ähnlich wie in der mittelalterlichen buchmalerei, in  der die blaue initiale auf goldenem grund steht, formt sich die blaue blume über die goldene glasfront. blatt und stängel sind aus quadraten gebildet, die in reziprokem verhältnis zueinander stehen. das quadrat ist in diesem fall als sinnbild für ausdehnung und wachstum gedacht. es ist die zweite potenz einer zahl - die linie erhebt sich zur fläche.

die arbeit „die blaue werkzeugblume“ zitiert inhaltlich ihre funktion, nämlich durch auseinanderziehen von schiebelementen ein wachstum, oder durch öffnung der räume eine verdichtung der flächen zu erzeugen. die bemaßung der transluzenten goldenen flächen bezieht sich auf le corbusier´s modulor. in der kunstgeschichtlichen tradition steht gold seit der gotik für die einheit von sprache und raum. die fast unausprechliche wirkung von blau besteht im erlebten widerspruch von reiz und ruhe.

am abend, bei geschlossener glaswand soll, durch entsprechende hinterleuchtung,  die arbeit wie ein dia wirken und dem besucher in der nacht einen angenehmen, ruhigen raum bieten.

                              „ein stiel ist das, was blätter trägt.“

                             „ein blatt ist das, was eine knospe in seinem winkel hat.“

                             „ein stiel ist das, was einmal eine knospe an dieser stelle war.“

                              (johann wolfgang von goethe)